Hasan Ismaik: Totengräber für die Löwen

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Der Investor bleibt noch immer eine Unterschrift schuldig

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Leute, langsam reicht’s. Hasan Ismaik hat noch immer nicht seine Unterschrift geleistet. Und das macht mich stinksauer. Hatte der investorenfreundliche Blog dieblaue24 nicht berichtet, dass es für Ismaik nur noch „eine Formalie“ sei? Ich sage, wie es ist. Ein Löwe ist Hasan Ismaik, sofern er es jemals war, definitiv nicht mehr. Stattdessen präsentiert er sich als Totengräber des Vereins. Ich persönlich habe mehr als die Schnauze voll. Als Fan. Als Löwe. Nicht mehr und nicht weniger. Ich bin kein Funktionär. Ich bin kein Journalist. Und ich bekomme von keiner Seite Geld. Ich bin einfach nur ein Fan.

Ich habe kein Mitleid

Was wir brauchen ist Ruhe. Und volle Konzentration auf den Sport. Wir hoffen noch immer, dass wir endlich gute Nachrichten vom Verein bekommen. Dass endlich alles geklärt ist. Aber der heutige Tag lehrt uns: es dauert wohl noch an. Hasan Ismaik scheint sein Gesicht nicht wahren zu wollen. Nein. Er scheint es auf einen schmutzigen Ausgang förmlich anzulegen.

„Man investiert, wird beraten und die Berater sucht man sich selbst aus. Und man gewinnt oder verliert.“

Okay, eines ist klar: er hat viel Geld verloren. Er ist sauer. Das verstehe ich. Und glaubt man Finanzexperten, dann ist er bei weitem nicht mehr so reich wie einst. Eine Milliarde könnte er in den letzten Jahren verloren haben. Für uns eine unvorstellbare Summe. Und auch für ihn sind das natürlich keine Peanuts. Sondern eine Frage der eigenen Existenz. Allerdings nicht als Mensch sondern als Milliardär. Reich ist er auch heute noch und auf der Straße wird er vermutlich nie leben. Habe ich Mitleid, dass er sein Geld in den Sand gesetzt hat und mit Sechzig praktisch Millionen aus dem Fenster geworfen hat? Nein. Entschuldigt, aber Männer wie er, die fliegen in Privatjets durch die Weltgeschichte, rauchen teure Zigarren, bauen Moscheen und investieren nun mal Geld. Es ist seine Sache. Man investiert, wird beraten und die Berater sucht man sich selbst aus. Und man gewinnt oder verliert. Nun, ich kenne mich in dieser „großen“ Investoren-Welt nicht aus und möchte es auch gar nicht. Ich jongliere auch nicht mit Millionen.

„Ich hoffe, dass er endlich einen Schlußstrich zieht.“

Jetzt die beleidigte Leberwurst zu spielen, das geht gar nicht. Es geht hier nicht nur um ihn. Es geht um unseren Verein und tausende von Fans. Und es regt mich wahnsinnig auf, wenn manche mit der Mitleidstour kommen. Er hat Millionen verloren … boah, das ist mir sowas von egal. Nicht, weil es nicht meine Millionen sind. Sondern weil es in der Finanzwelt einfach normal ist, dass man investiert und gewinnt oder verliert. Ich hoffe, dass er endlich einen Schlußstrich zieht. Dass er verkauft und uns in Ruhe lässt.

Unser Hauptsponsor sagt Trikotvorstellung ab

„Die Bayerische“, Versicherungsgesellschaft und Hauptsponsor der Münchner Löwen hat heute die Trikotvorstellung offiziell abgesagt. Per Pressemeldung. Der Grund: es ist immer noch nichts klar bei Sechzig. Denn eine Unterschrift fehlt. Von Hasan Ismaik. „Die Bayerische“ schreibt, dass die Verhandlungen „weit gediehen und zwischen den Vertragsparteien auch inhaltlich abgeschlossen“ sind, doch es fehlt die Unterschrift eines Gesellschafters der KGaA. Eben von „unserem“ jordanischen Investor. Von wegen, es wäre nur eine „Formalität“. Ich glaube mich zu erinnern, dass er am Donnerstag unterschreiben wollte. Zumindest stand das in dieblaue24. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

Fazit: der Hauptsponsor war nicht in Bodenmais. Dort hätte im Testspiel gegen SV Heimstetten die Trikots vorgestellt werden sollen. Die Mannschaft war trotzdem mit dem Logo von „Die Bayerische“ auf dem Platz. Wäre auch lächerlich gewesen, wenn man das Logo schnell mal überklebt hätte. Mit einem „X“ oder einem „Smiley“. Okay … jetzt werde ich albern. Tut mir leid.

„Für mich ist er der Totengräber des Vereins“

„Ich hätte kein Problem, wenn das Trikot in der neuen Saison leer bliebe“, sagte Hasan Ismaik zum Münchner Merkur vor ein paar Tagen. Tolle Worte von einem großen Mann mit sehr kleinem Löwenherz. Nein, für mich ist er kein Löwe. Für mich ist er kein Fan. Für mich ist er der Totengräber des Vereins. Tut mir leid, das so offen sagen zu müssen. Jetzt ist Schluß. Er hätte sein Gesicht wahren und unterschreiben können. Irgendwie wird es aber langsam wirklich schmutzig. Es wundert mich, dass er noch so viele Befürworter hat. Aber es werden von Tag zu Tag weniger. Da bin ich mir sicher.

Viele Worte aus Abu Dhabi, keine Taten

Er redet und redet. Vermutlich sagt er dabei kein Wort. Vermutlich erledigt für ihn das seine Schweizer Presseagentur, die er engagiert hat. Und investorenfreundliche Blogger. Aber im Grunde redet er über Champions League, über Hotels und ein großes Stadion, über einen Löwenzoo, über die große weite Welt, die dem Münchner Traditionsverein offen steht. Er beschimpft Funktionäre. Er lästert über Sponsoren.

Und das ist nicht genug …

Er droht mit Klage gegen 50+1 und reicht Beschwerde ein, die nicht an die richtige Adresse geht. Er hatte nicht nur sportlich die falschen Berater, sondern auch unter seinen Anwälten scheinen nicht die richtigen Leute zu sein. Viele, sehr viele Worte. Im Grunde bestätigt das meinen Beitrag über „westliche Moderne und arabische Tradition„. Es passt einfach nicht. Unsere Vorstellungen sind zu unterschiedlich.

Deshalb hoffe ich auf ein schnelles Ende …

„Die Bayerische“ spielt hoffentlich kein werbewirksames Spiel

In den Wirren von 1860 ist es leicht Spielchen zu spielen. Ich hoffe, dass „Die Bayerische“ im Moment mit uns kein Spielchen spielt. Denn die Versicherung ist aktuell präsenter denn je. Ihre klare Stellung für den Verein und im Prinzip mit harscher Kritik Richtung Investor. Die Forderungen nach Sitzen im Aufsichtsrat! Und nun die Absage zur Vorstellung des Trikots. Ich hoffe, dass der Hauptsponsor keine werbewirksamen Spielchen spielt. Das können wir im Moment nicht brauchen. Denn im Grunde haben sie die Fans vor Ort im Stich gelassen. Sie sind trotzdem nicht der „Buhmann“, weil ja die Unterschrift von Ismaik gefehlt hat. Und der Name der Versicherung erscheint nun in vielen regionalen und überregionalen Zeitungen.

„Honi soit qui mal y pense – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“

Nein, spielt kein Spiel mit uns. Das wollen wir nicht und der Schuß geht definitiv nach hinten los. Wir wollen Ruhe. Wir wollen Sponsoren, Förderer und Investoren, die mit dem Herzen dabei sind aber eben keine Spiele auf dem Rücken des Vereins ausrichten. Zweifelsohne habe ich Verständnis für den Hauptsponsor. Für ihre Haltung und auch für die Absage der Trikotvorstellung. Aber wie gesagt, es sollte nicht zu einem weiteren Machtspiel werden. Wir haben genug Probleme.

Unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart

Ich hoffe, dass langsam aber sicher auch der letzte versteht, dass Hasan Ismaik nicht der richtige Mann für uns ist.  Kritiker werfen immer wieder in den Ring, dass nicht Herr Ismaik uns in die Pleite gedrängt hat. Und nein, wir vergessen das nicht. Es gibt mehr als nur einen Totengräber. Und die Vergangenheit vor Hasan Ismaik ist noch lange nicht bewältigt. Es gibt viele Narben, die uns zeichnen.

„Wir brauchen im Verwaltungsrat klar denkende unabhängige Köpfe.“

Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich finde einfach, dass ein Herr Dr. Markus Drees nichts im Verwaltungsrat verloren hat. Weil er mit seiner Haltung gegenüber dem Investor und den Kritikern des Investors wahrlich kein diplomatisches Geschick bewiesen hat. Wir brauchen kluge strategische Köpfe. Tut mir leid, aber so ein Kopf ist er für mich nicht. Und auch die Doppelrolle als Vorsitzender der Freunde des Sechz’ger Stadions e.V. und Verwaltungsrat des TSV München von 1860 wäre für mich weniger ein Problem, wenn er die beiden Baustellen klar voneinander abgrenzen würde. Das tut er nicht. Er hat für viele Mißverständnisse gesorgt. Wir brauchen im Verwaltungsrat hingegen klar denkende unabhängige Köpfe. Die das Wohl des Vereins im Blick haben. Und vorrangig nur das Wohl unseres Vereins. Hier gibt es für mich Interessenskonflikte. Das heißt nicht, dass ich gegen das Grünwalder Stadion bin. Im Gegenteil. Aber ich möchte doch bitte unsere sportliche Zukunft getrennt von einer traditionellen Stätte bewertet und vor allem geleitet wissen.

Unsere Vergangenheit war nicht rosig. Wo wir heute sind, sind wir teilweise leider wegen Hasan Ismaik. Wäre er jedoch nie gekommen, wer weiß? Vielleicht wären wir früher dort gewesen, wo wir heute sind. Vielleicht wäre das besser gewesen. Es ist mühsam, sich darüber Gedanken zu machen.

Wir brauchen Leute mit Visionen, nicht mit blühender Fantasie. Wir brauchen Strategen, keine Proleten. Aber wir brauchen vor allem keinen jordanischen Investor.

Okay, Schluß

So … genug geschimpft. Ich trinke jetzt ein Bier.

Übrigens: ihr könnt Artikel von mir auch direkt auf meiner Homepage kommentieren. Ich würde mich freuen, wenn ihr das nicht nur auf Facebook macht. Weil eure Stimme für mich wichtig ist. Auch ich bin manchmal auf dem „Holzweg“ und gerne gestehe ich Fehler ein. Sofern ich welche gemacht habe.

Aber jetzt trinke ich wirklich ein Bier.

Einmal Löwe, immer Löwe …

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5 Kommentare auf "Hasan Ismaik: Totengräber für die Löwen"

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[…] gestrigen Sonntag schrieb ich einen Beitrag zur aktuellen Lage des TSV 1860 München. Meine persönliche Kritik als Fan ging vor allem in […]

jr1860
Gast

Hallo Arik Steen,
bin eher durch Zufall über Deine Seite gestolpert und erfreue mich an den sehr guten Analysen zum geliebten TSV. (Glaube das ist Liebe… hält zumindest länger als Ehe, Trainer und Präsidenten)…
Bin die sehr tendenziöse und einseitige Berichterstattung auf DB24 satt und würde lieber die Insolvenz in Kauf nehmen als weiter mit dem kulturfremden Investor…
Es kann nur aufwärts gehen
ELiL und Prost 😉

Philip Schuh
Gast

Hallo,
sehr gut geschrieben. Bleib weiter objektiv, nicht so wie db24.
Dort ist mittlerweile jeder Artikel einseitg, wertend und manipulativ.
Weiter so.
ELIL.
Philip

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