Tegernseer Pils vs. Rothaus Tannenzäpfle

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Oberbayerisches Bier trifft auf Bier aus Baden

Zwei Pils-Sorten aus dem süddeutschen Raum. Einmal das Tegernseer Pils und einmal das Tannenzäpfle vom Rothaus. Was ist überhaupt Pils? Ein untergäriges Bier mit mehr Hopfengehalt als andere untergärige Biere. Benannt nach der Stadt Pilsen. Pils ist das mit Abstand beliebteste Bier in Deutschland. Mit mehr als 55 Prozent Anteil am Bieraustoß. In vielen Bundesländern bekommt man, wenn man „nur“ ein Bier bestellt ein Pils. In Bayern ist das freilich anders. Da bekommt man dann ein Helles. In Baden-Württemberg vermutlich ein Export. Und genau diese beiden Bundesländer treten heute gegeneinander an. Denn das Tegernseer kommt nicht allzu weit weg von meinem Wohnort und ist ein bayerisches Bier. Das Rothaus kommt aus Baden.

Tegernseer Pils

Tegernseer Bier hat einen guten Ruf. Das Tegernseer Hell ist ein absolut gutes Bier, dass sich in Oberbayern großer Beliebtheit erfreut. Das Tegernseer Spezial gehört zu einer meiner Lieblingsbiere. Wer gerne Bier trinkt, sollte in jedem Fall mal ein Besuch im Tegernseer Bräustüberl machen. Direkt am See gelegen und mit schöner Terasse, die allerdings oft sehr touristisch überlaufen ist. Vor allem im Sommer. Mir persönlich ist es drinnen lieber: schön urig bayerisch.

Nun, ich habe hier ein Pils vor mir. 5 Prozent Alkoholgehalt. Damit in etwa wie das ebenfalls vor mir stehende Tannenzäpfle, das 5,1 Prozent hat. Der Geruch ist angenehm. Eine leichte herbe Note weht mir entgegen. Der erste Schluck kommt bei mir gut an. Das Bier ist nicht aufdringlich, der Pilsgeschmack ist jedoch spürbar. Meine Geschmacksknospen gewöhnen sich relativ schnell daran und man spürt von Schluck zu Schluck mehr Herbe. Allerdings ohne aufdringlich zu werden. Gerade im Abgang bleibt das Tegernseer Pils recht mild. Meines Erachtens durchaus typisch für ein bayerische Pils, dass von Anfang an sicherlich mit weniger Hopfenherbe herüber kommen will. Man orientiert sich definitiv mehr an den Geschmäckern derjenigen Biertrinker, die gerne Helles trinken. Insgesamt schmeckt mir das Bier gut, da ich jedoch ein Pils vor mir habe, bin ich nicht ganz so zufrieden. Vor allem im Vergleich zum Testgegner ist es geschmacklich dann doch ein wenig zu blass. Dafür könnte es vom typisch herben Pilsgeschmack ein wenig mehr vertragen. Gegenüber dem Tannenzäpfle kommt mir das Tegernseer Pils deutlich milder vor. Wer gerne ein Pils trinken möchte, dass mild herüber kommt, ist jedoch mit dem Tegernseer Pils gut bedient.

Für mich bekommt das Tegernseer 8 von 10 Hopfen:

Rothaus Tannenzäpfle

Das Tannenzäpfle ist das Pils meiner Jugend. Es war in unserem Freundeskreis einer der beliebtesten Biere. Nun habe ich es wieder vor mir. Mit 5,1 Prozent liegt es für ein Pils im oberen Bereich. Das kommt meist mit 4 bis 5 Prozent daher. Das Tannenzäpfle liegt etwas drüber. Viel Unterschied zum Tegernseer ist allerdings nicht. Rothaus ist übrigens eine badische Staatsbrauerei. Damit kommt das Tegernseer aus dem Südosten, das Tannenzäpfle aus dem Südwesten.

Die Bewertung eines Bieres ist subjektiv. Und selbst das Bier ein und derselben Marke kann unterschiedlich von einem Tag auf den anderen unterschiedlich wahrgenommen werden. Vor allem aber wenn man es in Kombination mit einem anderen Bier trinkt und Vergleiche zieht. Das ist auch jetzt der Fall. Das Tannenzäpfle kam mir noch nie so intensiv vor, obwohl ich es bisher als eher mild abgetan habe. Es gefällt mir eine Spur mehr als den Kontrahenten. Vollmundig vom Geschmack, leichte Süße und ein toller hopfiger Abgang, der lange nachklingt und mir dadurch ein wenig besser gefällt. Dennoch bleibt das Bier weich. Die Badener erlauben ihrem Bier also eine größere Hopfenherbe. Als ich wieder auf das Tegernseer wechsle und mir dort einen Schluck genehmige, fällt dies noch milderer aus als beim ersten Schluck.

Für mich bekommt das Rothaus 9 von 10 Hopfen:

Mein Fazit

8 und 9 Hopfen habe ich vergeben. Wobei die Bewertungen natürlich auch mit dem direkten Vergleich zu tun haben. Beide Biere sind gute Biere und vermutlich vor allem für den süddeutschen Gaumen gemacht. Sie sind beide mild. Das Rothaus etwas herber im Vergleich aber ebenfalls nicht aufdringlich. Alleinstehend schmecken mir beide Pils wirklich gut. Im direkten Vergleich ist das Rothaus ein wenig im Vorteil, weil würziger. Grundsätzlich finde ich jedoch gut, dass beide Brauereien sich dem typisch herben Pilsgeschmack nicht angeschlossen haben, sondern milder rüber kommen.

 

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