Illegale eBooks: lul.to wird vom Netz genommen

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Gerneralstaatsanwaltschaft Bamberg geht gegen Betreiber vor

Man muss als Autor hart sein, wenn man seine Bücher auf illegalen Plattformen sieht. Dort werden sie entweder kostenlos angeboten oder vergünstigt verkauft. Der Autor sieht dann natürlich keinen Cent. Ja, das ist illegal. Jetzt gelang der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) ein Durchbruch gegen eine dieser Plattformen. Sie stellte bereits im Februar 2015 Strafantrag gegen die Betreiber des Portals „lul.to“. Nun wurde die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg aktiv. Das Portal wurde geschlossen, die Bertreiber festgenommen. Doch das ist hoffentlich nur der Anfang. Denn die Problematik liegt viel tiefer.

Größtes Portal für illegale eBook – Downloads

Mehr als 30.000 Kunden nahmen laut der Ermittler des Cybercrime Competence Center Sachsen (SN4C) das Angebot in Anspruch. Rund 11 Terabyte Daten wurden sichergestellt. Laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels war lul.to eine der größten Portale für den illegalen Download. Nun sieht man beim Aufruf der Seite eine Information der Generalstaatsanwaltschaft.

Das illegale Geschäft von lul.to

Die Betreiber der Seite holten natürlich nicht die Genehmigung der Autoren und Verlage ein. Ohne Einwilligung der Urheber wurden rund 200.000 Titel für ein paar Cent zum Download angeboten. Drei der Beteiber sitzen nun in U-Haft. Auf sie wartet natürlich eine Anklage und vermutlich empfindliche Strafen.

Die Nutzer der Plattform

Auch den Nutzern der Plattform könnte eine Strafverfolgung drohen. Gelingt es den Ermittlern anhand der Download-Historie die Kunden von lol.to zu ermitteln, könnte es zu einer Geldstrafe kommen.

Weitere Portale auf dem Markt

Für Autoren und Verlage ist diese Neuigkeit natürlich gut und wichtig. Dennoch findet man auch von mir weitere Bücher im Internet. Genauso wie von anderen Autoren. Nicht alle Betreiber sitzen in Deutschland, was die Sache schwierig macht. Aber mit der Zeit wird es für solche Portale immer schwieriger. Betreiber anderer Portale werden wohl nun auch ins Grübeln kommen. Vor allem je nachdem wie hoch die Strafe ausfallen wird.

Konsumenten müssen bestraft werden

Doch für mich geht die Sache viel tiefer und die Problematik liegt in einem anderen Bereich noch tiefer vergraben. Es gibt Plattformen und Foren, die eigentlich keine eBooks anbieten sondern lediglich auf andere Downloadportale verweisen. Dort laden private Leute die eBooks hoch, um sie anderen als Download zu ermöglichen. Verdienen tun sie daran nichts. In den Foren erwarten sie ein „Daumen hoch“, das reicht.

Auch am heutigen Tag habe ich eBooks von mir in vielen Foren gefunden. An die Forenbetreiber kommt man kaum ran. Ich habe bereits Administratoren angeschrieben. Der Tenor: „wir selbst als Forum bieten ja keine Downloads an, was in der Community an Linkempfehlungen geäußert wird, das ist uns egal.“ Und damit haben sie im grunde Recht. Doch wo sind dann die illegalen eBooks? Die befinden sich auf irgendwelchen Servern in Russland oder sonst irgendwo im Ausland. Bei sogenannten Filehostern. Dort ist es möglich Dateien über das Internet auf einem Datenspeicher abzulegen. Filehoster finanzieren sich über Werbung. Die dortigen Betreiber argumentieren, dass die lediglich eine Dienstleistung anbieten. Was der Nutzer damit macht, ist nicht ihre Sache. Übrigens: es würde kaum etwas bringen, wenn man im Internet lediglich auf einer Filesharing-Seite ein eBook hochlädt. Man muss das ja auch irgendwie kommunizieren. Und das gelingt nun mal mit den Foren.

Für mich bleibt die Hauptproblematik bestehen: die Kombination aus Foren und Filesharing – Anbietern

Für mich ist es deshalb wichtig, dass man ein klares Zeichen an die Konsumenten sendet und das kostenlose Herunterladen von eBooks, aber auch Videos, Hörbücher und vieles mehr, konsequent bestraft. Mit den Nutzern von lul.to könnte man beginnen. Denn noch immer geht der Irrglaube um, dass zwar das Anbieten von eBooks auf illegalen Kanälen verboten ist, der Internetnutzer, der solche Angebote nutzt, jedoch unbeschadet davon kommt.

Illegale eBooks: Nutzer meist uneinsichtig

Ich habe mich in diversen Foren sogar angemeldet und habe mich mit illegalen Konsumenten von Autor zu „Leser“ ausgetauscht. Verständnis für mich hatten die Wenigsten. Im Gegenteil. Viele Forennutzer fragten mich, ob ich nicht meine Bücher selbst hier im Forum anbieten könne. Das würde alles leichter machen. Hier liegt meines Erachtens das Hauptproblem. Digitale Medien sind für viele Menschen nicht greifbar. Für die Meisten wäre das Klauen eines Taschenbuches von einem Tisch durchaus Diebstahl. Was digital im Netz ist, das sollte auch frei verfügbar sein. Ja, Verbrecher gibt es überall. Aber die meisten in solchen Foren sind einfach der Meinung, es wäre nur ein Kavaliersdelikt und sie würden niemandem schaden.

Mein Fazit: wird man nicht auch für den Download zukünftig hart bestraft, dann wird das Unrechtsbewusstsein in diesem Bereich wohl kaum geschult. Denn die illegalen eBooks aus den Foren wird man so schnell nicht los. Die im Netz getrennte Systematik (Posten im Forum, Upload auf einem anderen Portal) macht die Sache schwieriger als bei Portalen wie lol.to, die direkt auch die eBooks anbieten.

Quellen und weiterführende Infos:

Golem.de: Polizei nimmt die E-Book-Plattform lul.to offline

Spiegel.de: Polizei sperrt illegales Download-Portal

Netzwelt.de: Polizei sperrt Lul.to: Diese Strafen drohen Nutzern jetzt

PC-Magazin.de: Kostenlose Filme, Musik & Co. – Was ist legal, was ist illegal?

Urheberrecht.de: Ist die Nutzung einer Tauschbörse grundsätzlich illegal?

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