Autoren und ihre Höhenflüge

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Literatur leidet unter der Schnelllebigkeit des Marktes

Sie nennen sich Selfpublisher. Einst waren sie verschrien. Aber sie erfreuen sich immer mehr einem größeren Publikum. Selfpublisher, für diejenigen, die sich darunter nichts vorstellen können: Autoren, die ihre Werke in Eigenregie veröffentlichen. Auch ich bin einer davon. Und ganz ehrlich: ich bin es aus Ermangelung eines Verlages. Hätte ich einen Verlag, dann würde ich meine Bücher nicht in eigener Regie veröffentlichen.

In letzter Zeit fällt mir auf, dass immer mehr Selfpuplisher Höhenflüge bekommen. Einmal in den Top 100 der Amazon-Charts und schon sind sie auf Wolke 7. Gerechtfertigt? Nun ja. Bei manchen Autoren sicherlich. Ihre Bücher sind gut. Aber weltbewegend? Immer mehr Mainstream überschüttet den Markt. Fast jede erotische Liebesromanze handelt von einem Millionär. Fifty Shades of Grey wird immer neu durchgekaut und aufgelegt. Von Autoren die im Grunde keiner kennt. Und über die vor dreißig Jahren keiner gesprochen hätte. Aber das soziale Netzwerk gaukelt ihnen Beliebtheit vor. Likes und nette Kommentare bringen einige Autoren dazu wahre seelische Höhenflüge zu erleben. Dabei fällt mir auf, dass einige Autoren immer schlechter werden, nicht besser. Sie sonnen sich in ihrem „vermeintlichen Erfolg“ und hauen Buch nach Buch raus. Ja klar, das gibt Geld. Und Amazon ist mit Schuld. Bringst du nicht regelmäßig etwas „Neues“ auf den Markt, dann gehst du unter. Dann rutschst du in den Listen weit nach unten. Also geben einige Autoren sich vor allem Mühe schnell neue Bücher zu schreiben. Teilweise schlecht recherchiert und mit Ideen, die bereits hundert Mal anderweitig in Geschichten vorkommen. Und weil der Millionär irgendwann dann doch ausgelaugt ist, muss eben der Bad Boy als Rocker oder als Soldat herhalten. Ganz ehrlich, ich war Soldat und Offizier. Es ist fast schon beschämend was mancher Autor daraus macht. Nur um einen Bad Boy und ein Mauerblümchen zu haben und auf der Welle des Mainstreams mitschwimmen zu können. Großartige Werke entstehen dabei nicht. Dabei hat der eine oder andere Autor sicherlich Talent. Und könnte daraus wirklich was machen. Aber ein halbes Jahr oder länger an einem Werk zu arbeiten? Einige machen das. Viele jedoch nicht. Wie Schnellfeuergewehre hauen sie Werk nach Werk auf den Markt um ein paar Euro zu verdienen und die Haushaltskasse aufzubessern. Schade. Stück für Stück geht die Literatur so den Bach runter.

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